Im Rahmen der vom Kulturamt Heidelberg organisierten Ausstellungsreihe »Retrospektiven Heidelberger Künstlerpersönlichkeiten« würdigt die Stadt Heidelberg jährlich das Schaffen von Künstlerinnen und Künstlern aus Heidelberg und der Region.
Dieses Jahr habe ich die Ehre, im Rahmen dieser Reihe im Kurpfälzischen Museum in Heidelberg ausstellen zu dürfen. Gezeigt werden unter dem Titel »Im Schutz des Rituals« Arbeiten aus den letzten 35 Jahren auf über 200 Quadratmetern.
Ort:
Kurpfälzisches Museum Heidelberg
Hauptstraße 97
69117 Heidelberg
Vernissage: Freitag, 31. Juli 2026 um 19 Uhr
Begrüßung: Dr. Andrea Edel, Leiterin des Kulturamts Heidelberg
Einführung: Dr. Kristina Hoge, Kunsthistorikerin
Ausstellungsdauer: 1. August bis 13. September 2026
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, jeweils 10 bis 18 Uhr
Weitere Infos auf der Website des Kurpfälzischen Museums Heidelberg
Ich selbst führe zweimal durch die Ausstellung:
- Sonntag, 9. August 2026 um 15 Uhr
- Sonntag, 6. September 2026 um 15 Uhr
Anlässlich der Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog, zwölf Einzelhefte in einem Schuber. Bei 30 Exemplaren einer Vorzugsausgabe liegt das limitierte Unikat »Dem inneren Himmel« (2026) bei.

Die weise Wache heilt, 1993, Triptychon von Cholud Kassem, Acryl auf Leinwand, 153 × 110 cm
Foto: Alexander Ehhalt
Hier noch ein Text von Susan Besara, Kulturamt Heidelberg, veröffentlicht in kunstraumMETROPOL, Nr. 3/2026:
»Im Rahmen der vom Kulturamt Heidelberg organisierten Ausstellungsreihe ›Retrospektiven Heidelberger Künstlerpersönlichkeiten‹ würdigt die Stadt Heidelberg jährlich das Schaffen von Künstlerinnen und Künstlern aus Heidelberg und der Region. In diesem Jahr ist die Ausstellung der Künstlerin Cholud Kassem (*1956) gewidmet.
Die Ausstellung zeigt Malerei, Keramikobjekte und Videoarbeiten aus den frühen 1990er Jahren bis in die Gegenwart und gibt einen umfassenden Einblick in das über Jahrzehnte geschaffene Werk der Heidelbergerin.
Kassems Arbeiten zeichnen sich durch eine prägnante und konsequente Formensprache aus. In seriellen Werkgruppen entwickelt sie aus einem meditativen Malprozess Bildzeichen, die zwischen Abstraktion und Figuration oszillieren. Wiederkehrende Motive wie Masken, Schutzschilde, Pfeile oder Gewänder erscheinen als archaisch wirkende Elemente und Figuren und zugleich zeitlose Formen und Objekte.
Im Zentrum ihres Werkes stehen Fragen von Identität, Herkunft und kultureller Prägung. Geboren im Irak und in Deutschland aufgewachsen, bewegt sich Cholud Kassem zwischen zwei kulturellen und nationalen Erfahrungsräumen. Christlich und kulturell in Deutschland sozialisiert, wurde die spätere Begegnung mit ihrer irakischen Familie zu einem prägenden Moment, der neue Perspektiven auf Herkunft, Erinnerung und Zugehörigkeit eröffnete. Diese Erfahrungen spiegeln sich in ihren Arbeiten wider.
Die Ausstellung thematisiert darüber hinaus Ängste, Schutz und die symbolischen Strategien des Menschen im Umgang mit existenziellen Fragen. Durch Schichtung, Überarbeitung und Verdichtung entstehen in ihren Arbeiten vieldeutige Bildräume, die unterschiedliche Lesarten zulassen.«